UEFA muss an sich an höheren Kosten der Fußball EM beteiligen!

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Rede von Jörg Detjen zum Antrag der LINKEN auf der Ratssitzung am 6. Februar 2023

Die Handball-Europameisterschaft vor wenigen Wochen war ein Höhepunkt für den Sport in Europa und ein wichtiger Beitrag der Stadt Köln zum Gelingen. Danke an die Verwaltung, an das Sportamt, an die Kolleginnen und Kollegen in der Lanxess-Arena und an den Deutschen Handballbund.

Handball wird immer attraktiver, athletischer und familiärer.

Und nun steht die Fußball-Europameisterschaft vor der Tür, die von der Stimmung her eher an Gladiatorenkämpfe erinnert. Und wieder ist Köln ein Austragungsort.

Vier Wochen im Juni und Juli, Spiele für das Volk mit fünf Spielen in unserer Stadt. Das Sportamt hat das gut vorbereitet und macht den Kölnerinnen und Kölnern, aber auch den Fans zahlreiche Angebote, die wir im Sportausschuss intensiv diskutiert und gemeinsam mit anderen Gremien beschlossen haben. Die Verwaltung leistet gute Arbeit.

Aber die städtischen Kosten sind drastisch gestiegen, um 5,8 Millionen auf 11,86 Millionen Euro. Und wenn man das mit anderen Austragungsorten vergleicht, ist das noch moderat. Dortmund liegt bei über 30 Millionen und Berlin jetzt bei 83 Millionen Euro. Das ist zum Teil schwer vergleichbar, weil die Städte ihre Stadien auch instand halten müssen.

Köln musste die Ausgaben für Sicherheit um 3,8 Millionen Euro erhöhen: Das sind 258 Prozent. Es war richtig, dass die Verwaltung das Sicherheitskonzept noch einmal qualitativ verbessert hat. Der Bericht des Rechnungsprüfungsamtes und die guten Ergebnisse am 11.11. haben dies bestätigt.

Die Kosten in den Austragungsorten sind deutlich gestiegen, in Berlin innerhalb eines Jahres um 22 Millionen auf 83 Millionen Euro.

Natürlich nehmen die Kommunen auch Geld ein, durch Stadionmieten, Übernachtungen, Restaurantbesuche, Einkäufe etc. Diese Einnahmen steigen aber nicht automatisch mit den steigenden Kosten der Austragungsorte. Die UEFA hat die vor Jahren ausgehandelten Stadionmieten nicht freiwillig erhöht.

Und als wir dann gelesen haben, dass die UEFA mit 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro Gewinn rechnet, haben wir diesen Antrag gestellt. Es kann doch nicht sein, dass die Kommunen liefern und zahlen müssen und die Bundesregierung der UEFA auch noch Steuerfreiheit garantiert. Das, liebe Kolleginnen und Kollegen von der CDU, war die Regierung Merkel/Scholz und nicht die Ampel.

Und aktuell in Düsseldorf angefragt, ob die CDU-Landesregierung ihren mageren Beitrag von 250.000 Euro aufstocken wolle, kam ein kategorisches Nein.

Wenn die Bundesregierung die UEFA von der Steuer befreit und die Austragungsorte im Regen stehen lässt, dürfen wir das nicht hinnehmen. Wir müssen politischen Druck aufbauen, damit die aktuellen Kostensteigerungen für die Austragungsorte von Bund, Land, aber auch von der UEFA noch einmal überdacht werden und über einen Ausgleich gesprochen wird.

Und das müssen wir parteiübergreifend tun. Und ich freue mich, dass die SPD diesen Antrag unterstützt, damit wir gemeinsam um jeden Euro kämpfen, der unseren aktuellen Haushalt verbessern kann.

Und deshalb sagen wir, der Städtetag soll sich in diesen Prozess einbringen und mit Bund und Land verhandeln.

Ich würde den Bund auffordern, von der UEFA eine Kostenbeteiligung zu verlangen. Die UEFA macht deutlich mehr Gewinn als bei früheren Europameisterschaften.

Etwas Schönes zum Schluss:

225 Kinder und Jugendliche bekommen bei jedem Spiel im Kölner Stadion von der UEFA Freikarten. Ein Kölner Jugendhilfeträger gibt sich große Mühe, das fair und sozial zu organisieren. Vielen Dank dafür!