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Klassen teilen! Die Stadt muss konsequentere Coronamaßnahmen an Schulen unterstützen

Foto: Manfred Jahreis / pixelio.de

Auch an den Kölner Schulen steigen, wie überall in Deutschland, die Infektionszahlen. Das Lüften der Klassenzimmer wird durch die kälter werdenden Temperaturen erschwert. Dennoch haben die Bundesländer eine Teilung der Klassen am Montag bei den Bund-Länder-Gesprächen abgelehnt. In Nordrhein-Westfalen gilt seit dem Sommer ein besonders starres Konzept, das den Schulen ein Reagieren auf ein verändertes Infektionsgeschehen verunmöglicht.

Dazu meint Heiner Kockerbeck, Sprecher der Ratsfraktion DIE LINKE:

„Der starre Regelunterricht wird immer mehr zum Risiko. Die Infektionszahlen steigen, die Außentemperaturen sinken. Jetzt werden flexible Lösungen gebraucht. Die Landesregierung verweigert trotz geänderter Bedingungen immer noch vielen Schulen den Wunsch, die Klassen zu teilen und beispielsweise in Schichten zu unterrichten. Als Oberbürgermeisterin der größten Stadt in NRW sollte Frau Reker jetzt beim Land vorstellig werden.“

Die Bildungsgewerkschaft GEW fordert in Köln und im Bund schon seit längerem, die Klassen zu teilen und in einen Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht überzugehen. Mittlerweile haben verschiedene Schulleitungen und die Kölner Stadtschulpflegschaft diesen Wunsch ebenfalls geäußert. Die Stadt Solingen wollte Anfang November einen Corona-Sonderweg für weiterführenden Schulen mit Wechselunterricht einschlagen. Dies wurde jedoch von der Landesregierung verboten.

„Die Stadt muss aktiver werden und sich jetzt darauf vorbereiten, die Schulen bei konsequenteren Coronamaßnahmen zu unterstützen“, meint deshalb Heiner Kockerbeck. „Es ist höchst wahrscheinlich, dass sich am kommenden Montag die Vernunft durchsetzt und die Abstandsregel auch in Schulen endlich wieder in Kraft gesetzt wird. Viele Kinder, Eltern und dort Beschäftigte werden dies mit Erleichterung aufnehmen. Es war vielen nie plausibel, dass Restaurants geschlossen werden, in den Schulen die Kinder und Jugendlichen aber gedrängt sitzen.“

Er fährt fort:

„1. Meine Fraktion schlägt vor, dass die Stadt die Schulen bei der Suche nach geeigneten zusätzlichen Räumen in ihrem Umfeld unterstützt und als Schulträger Räume anmietet. Geeignet sind Bürger- und Jugendzentren, Pfarrsäle, leerstehende Ladenlokale. Geschlossene Museen und Theater können als außerschulische Lernorte genutzt werden.
2. Die Schulen brauchen zusätzliches Personal. Theater-, Musik-, Sport- und Museumspädagogen, die als Honorarbeschäftigte jetzt ohne Engagement sind, könnten dabei wenigstens teilweise ihre Einkommensverluste ausgleichen. Beschäftigte des Offenen Ganztags (OGS) an Grundschulen könnten gefragt werden, ob sie ihre Tätigkeit auf den Vormittag ausdehnen möchten, um zusätzliche Betreuungskapazitäten zu schaffen. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter fehlen sowieso an Schulen. Sie sollten zusätzlich dauerhaft eingestellt werden. Die Bezahlung müsste vom Land geleistet werden. Die Stadt kann hier aber in Vorleistung gehen.
3. In öffentlichen Bussen und Bahnen muss es für Schülerinnen und Schüler möglich sein, die Abstandsregel einzuhalten. Neben gestaffelten Anfangszeiten des Unterrichts müssen in Stoßzeiten mehr Busse und Bahnen eingesetzt werden.
4. Die Klassenräume, in denen die Durchlüftung nur eingeschränkt möglich ist, müssen mit wirksamen Lüftungsgeräten ausgerüstet werden.“

Wir werden im Hauptausschuss am 23. November in einer Anfrage nach Vorbereitungen zum Wechselunterricht fragen.

Bisher beschränkt die Stadt sich darauf, angesichts des nahenden Winters Messgeräte für den Gehalt an CO2 in der Raumluft auszugeben. Damit soll in der kalten Jahreszeit ermöglicht werden, die Raumluft gezielt durch Stoßlüften zu verbessern. Bei einer Zahl von rund 140.000 Kölner Schülerinnen und Schülern wurden ca. 21.000 Laptops in den vergangenen Monaten angeschafft. Sie sollen bevorzugt an Kinder aus einkommensschwachen Familien ausgegeben werden, falls Schulen zum Distanzunterricht übergehen. 

Heiner Kockerbeck abschließend:

„Die vergangenen vier bis fünf Monaten wurden von Ländern und Kommunen nicht genügend genutzt, um sich auf wieder ansteigende Infektionszahlen einzustellen. Jetzt gilt:  
Die Fehler des Lockdown im Frühjahr dürfen sich nicht wiederholen. Auch brauchen alle Kinder aus einkommensschwachen Familien schnell ein digitales Endgerät. Die Verwaltung war hier recht schnell. Aber bisher reicht die Zahl der Geräte noch nicht aus. Den Eltern, die mit mehr häuslichem Lernen überfordert oder beruflich sehr belastet sind, müssen die Schulen diesmal viel besser helfen können. Ihre Kinder brauchen mehr Unterstützung beim Lernen als andere, und zwar durch Lehrende in den Schulgebäuden. Die Schulen müssen ihnen bevorzugt offenstehen. Für wen das gelten soll, müssen die Lehrerinnen und Lehrer vor Ort entscheiden können.“


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