Kölns Schullandschaft muss integrativer und inklusiver werden

AK Jugend und SchulePressemitteilungenRatsfraktion

Der Schulausschuss des Kölner Rats hat am 21. Januar die Schulentwicklungsplanung 2023 der Verwaltung durch zwei Änderungsanträge ergänzt. Die Beschlüsse wurden von den demokratischen Parteien zuvor beraten und dann von diesen mit breiter Mehrheit getragen.

Der Ausschuss kommt damit der Kritik der Fraktion DIE LINKE entgegen: Zusätzlich zu den Planungen sollen vier weitere Gesamtschulen entstehen. Im Neubaugebiet Kreuzfeld soll sich die Stadt noch nicht auf eine neue Förderschule festlegen. Im dort entstehenden Bildungscampus sollen die Planungen auch eine Variante berücksichtigen, die mehr Plätze in der Inklusion an der dort entstehenden Gesamtschule vorsehen.

Heiner Kockerbeck, Sprecher der Fraktion, ergänzt:

„Die Stadt Köln begann vor Jahren mit Elan in der Inklusion. Die Bundesrepublik hat sie als Menschenrecht anerkannt. Da wirkt es wie aus der Zeit gefallen, wenn die Stadt eine neue Förderschule bauen muss.

Es stimmt: Es gibt einen Teil der Eltern, die für ihr Kind eine Förderschule vorziehen. Die Bedingungen für das Gemeinsame Lernen an Regelschulen müssen für diese Fälle noch deutlich besser werden. Das Land und die Stadt sollten hier die Schulen besser ausstatten und unterstützen. Das Expertengremium hat dem Schulausschuss gestern ein erstes gutes Maßnahmenpaket vorgeschlagen. Dieses muss bald umgesetzt werden. Und auch die Beförderung mit Bussen muss für Kinder mit Behinderung in der Inklusion genauso gut sein wie bei den Förderschulen. Das Geld, das eine neue Förderschule kostet, wäre hier besser angelegt."

Auch die Stadtarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik und der Elternverein mittendrin e. V. wollen mehr Inklusion und sind gegen eine Förderschule in Kreuzfeld.

Zum Änderungsantrag der LINKEN, Grünen, CDU und SPD zu den Gesamtschulen meint Heiner Kockerbeck:

„Die Bezirksvertretungen Kalk, Lindenthal und Porz haben Vorschläge zu neuen Standorten für Gesamtschulen gemacht. Der Schulausschuss hat sie aufgegriffen. DIE LINKE wird in der kommenden Zeit am Ball bleiben, damit sie wirklich umgesetzt werden.

Auch wenn in den kommenden Jahren über zahlreiche Plätze an Gesamtschulen entstehen, ist zu befürchten, dass das bei weitem nicht reicht. Denn die Verwaltung rechnet nicht mit einer weiteren Zunahme des Anteils von rund 35 % der Eltern und Kinder, die Gesamtschulen wählen. Das ist unrealistisch. Was aber, wenn in den Veedeln, in denen neue Gesamtschulen entstehen, eine zusätzliche Nachfrage entsteht? Was passiert, wenn 40 - 50 % der Eltern die wegen ihrer achtsamen Pädagogik geschätzte Schulform bevorzugen? Auf dieses Szenario müssen Rat und Verwaltung jetzt schon vorbereitet sein. Sonst bleibt es weiter bei der großen Kölner Lücke bei den Gesamtschulen. Köln braucht aber dringend mehr integrative und inklusive Schulen, die sozial benachteiligte Kinder fördern."