Kölner Großprojekte und die Historischen Mitte

AKKKM - Arbeitskreis Kunst, Kultur, MedienPressemitteilungenRatsfraktion

Mit dem Vorschlag einer neuen Historischen Mitte mit Kölnischen Stadtmuseum und Römisch-Germanischen Museum begann vor 10 Jahren die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Hohe Domkirche. Nun hat die Hohe Kirche die Zusammenarbeit aufgrund der drastisch gestiegenen Kosten beendet.

Jörg Kobel, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, zum Rückzug der Hohen Domkirche beim Bauprojekt Historische Mitte:

„Nach dem geplatzten Prestigeprojekt muss die dringende Sanierung des Stadtmuseums und des Römisch-germanischen Museums sichergestellt werden. Ein einmaliges, denkmalgeschütztes Museum mit einer zudem denkmalgeschützten Ausstellung macht dies absolut notwendig. Projekte, welche mit hohen Planungskosten verbunden sind und nicht gebaut werden, verschwenden zu viele Ressourcen, die an anderen Stellen sinnvoll wären. Der Ausstieg der Kirche eröffnet aber auch die Chance für das Kölner Stadtmuseum, welches als Neubau in der Historischen Mitte integriert war nach dem Interim an seinen ursprünglichen Ort, dem Zeughaus zurückkehren zu können. Dabei liegt das Zeughaus an einem zentralen Standort, eine erstklassige Adresse für das Stadtmuseum. Darüber hinaus ist das Kurienhaus ebenfalls Sanierungsbedürftig, allerdings liegt das in der Verantwortung der Kirche“.

Heiner Kockerbeck schätzt die Sanierung der Museen und blickt ebenfalls mit einem kritischen Auge auf die Investitionen von Prestigebauten in der historischen Mitte:

"Viel zu spät wird die Debatte um Kölner Großprojekte unter dem harten Druck der Kosten realistischer. Überteuerte Prestigebauten im Zentrum sind keine sinnvollen Investitionen. Inwiefern die Finanzierung anderer Großprojekte nun auf der Kippe steht und welche Chancen sich daraus ergeben, ist zu ermitteln. Die eingesparten Ausgaben für die Historische Mitte sollten der Kultur und Sozialem in den Stadtteilen zugutekommen. Öffentlicher Verkehr, gefördertes Wohnen, Bildung und Gesundheit müssen als soziale Infrastruktur für alle ausgebaut werden.“

Kockerbeck ergänzt:

„In weiser Voraussicht hat sich die Hohe Domkirche aus dem Prestigeprojekt zurückgezogen. Nun können wir nur beten, dass die Stadt diese Erleuchtung annimmt“.