Deliktzahlen werden für rassistische Stimmungsmache missbraucht - Kein Zusammenhang zwischen Flucht und Kriminalität!

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Im Kölner Stadt-Anzeiger wurde am vergangenen Wochenende der „amtierende Kölner Kripochef Michael Esser“ zitiert: „Flüchtlinge strömen wieder vermehrt über die Balkanroute nach Deutschland, und mit ihnen kommen auch Einbrecherbanden hierher.“

Güldane Tokyürek, Sprecherin der Fraktion, erklärt hierzu:

„Es mag auch Einbrecher geben, die vom Balkan nach Köln kommen. Doch in den vergangenen Jahren hieß es immer wieder, dass die meisten Täter aus Belgien und Frankreich einreisen. Dass in Herr Essers Zitat nur Einbrecher aus Südosteuropa vorkommen, entwirft ein vollkommen verzerrtes Bild. Hier wird der Eindruck erweckt, ohne Geflüchtete über die Balkanroute gäbe es auch kaum mehr Einbrüche.“

Jörg Detjen kümmert sich im Sozialausschuss um Politik für Geflüchtete. Ihn lässt das Zitat eines Ermittlers im selben Artikel erschauern. Dieser hatte davon gesprochen, dass Taschendiebe aus Nordafrika die Stadt „überfluten“.

Das kommentiert Jörg Detjen:

„Junge Männer aus Nordafrika fliehen vor Verfolgung, aber auch vor der Perspektivlosigkeit in ihren Heimatländern. Diese Menschen mit einer Naturkatastrophe gleichzusetzen ist menschenverachtend und nutzt das Vokabular der Rechtsextremen. Es bereitet den Nährboden für Entmenschlichung. Gerade wir in Deutschland müssen dafür besonders sensibel sein.“