Zum heutigen Kick-off der Kölner Olympiabewerbung
Am heutigen Montag fand im Rahmen eines Medientermins mit Ministerpräsident Hendrik Wüst ein so genannter Kick-Off zur Olympia-Bewerbung statt. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst drückte am Nachmittag in der Lanxess Arena symbolisch den Startknopf für eine Lichtkunstinstallation am Römisch Germanischen Museum.
Ratsmitglied Attila Gümüs dazu:
„Es gibt in Köln kein ehrlicheres Symbol als einer der maroden Kulturbauten. So wie der Erhalt und die Sanierung von Oper, Schauspiel, Stadtmuseum oder eben des Römisch Germanischen Museums voller Pleiten, Pech und Pannen ist, so wird es auch mit Olympia sein.“
Tatsächlich musste das Römisch Germanischen Museum den jetzt illuminierten Bau bereits Ende 2018 verlassen, weil die Betriebserlaubnis erloschen war. Der letzte Terminplan für die Generalsanierung sah einen Baubeginn im 4. Quartal 2025 vor, der aber auch nicht eingehalten werden konnte.
Denis Badorf, sachkundiger Bürger für die Linke im Sportausschuss:
„Bei den Kölner Sportstätten sieht es nicht besser aus als bei der Kultur. Wie soll man einem Sportverein erklären, dass er mit verschimmelten Duschen leben muss, während Milliarden in die Olympischen Spiele fließen sollen. Schon der Bewerbungsprozess wird Unsummen verschlingen“
Ministerpräsident Wüst gab laut Medien bereits bekannt, dass Olympische Sommerspiele rund 4,8 Milliarden Euro kosten würden.
Gümüs ergänzt:
„Woher der Ministerpräsident heute schon weiß, wie sich die Baukosten in den nächsten 10 bis 18 Jahren entwickeln werden, bleibt sein Geheimnis. Dass er auch noch unter den Kosten für die Spiele in Paris kalkuliert, ist unlauter.“
Für die Olympischen Sommerspiele war 2023 der Bedarf an öffentlichen Geldern noch mit 2,44 Milliarden veranschlagt worden. Tatsächlich veröffentlichte der französische Rechnungshof einen Bericht wonach das Großereignis öffentliche Kosten von 6,6 Milliarden Euro ausgelöst habe.
Badorf dazu:
„Wenn wir eine ehrliche Abstimmung haben wollen, dann müssen auch ehrliche Aussagen über die Kosten gemacht werden. Das bekannte, vor der Wahl so und nach der Wahl anders, darf es dabei nicht geben.

