"Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt..." - Zur Wiederöffnung und Stärkung der städtischen Bühnen
Rede in der Ratssitzung am 17.12.2013
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
liebe Kulturfreunde,
Auch die Linke schließt sich dem Wunsch nach einem breitenwirksamen Eröffnungsprogramm der Bühnen der Stadt Köln an.
Mit Frau Dr. Birgit Meyer und Herrn Stefan Bachmann wissen wir die Planung in den richtigen Händen. In Hinsicht auf unsere Opernintendantin greife ich einem Beschluss vor, den wir heute noch fassen werden ? aber ich denke, dieser Vorgriff ist nicht zu gewagt. An dieser Stelle möchte ich aber gegenüber der Verwaltung noch einmal anmerken: Diese Vorlage zur Verlängerung des Vertrages von Frau Dr. Meyer hätten wir auch gerne im Kulturausschuss gesehen. Es kann nicht angehen, dass die zuständigen Fachausschüsse an solchen Entscheidungen nicht beteiligt werden!
Ein wahrhaft ?qualitätvolles und kulturell reizvolles Programm für Oper, Schauspiel, Tanz und Kinderoper? schreiben Sie in ihrem Antrag ? eine sehr verschämte und etwas verklemmte Form des Anpreisens ? ich glaube, ich habe so etwas das letzte Mal in Sister Act gehört.
Ich vermute, dass sie ein Programm meinen, an dem alle Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt Spaß haben können. Die bundesweite Bedeutung stelle ich erst mal hinten an, die hat uns schon mal viel Geld gekostet ? Peking lässt grüßen.
Das man dafür Geld in die Hand nehmen muss ist klar. Aber es ist absehbar, dass die Tilgung der sogenannten ?negativen Hinterlassenschaften? der Vorgänger aus dem Haushaltplan für die Bühnen nicht zu leisten ist, also letztlich von der Allgemeinheit zu bezahlen sein wird.
Darum begrüßen wir auch, dass im vorliegenden Antrag die Verwaltung beauftragt, in enger Kooperation mit der Betriebsleitung der Bühnen, dem Betriebsausschuss der Bühnen und dem Finanzausschuss in 2014 ein Konzept zur Tilgung und Entschuldung der Bühnen vorzulegen.
Ich freue mich besonders auf die Kinderoper, die ich dann mit meiner Enkelin besuchen werde.
Genau an diesem Punkt möchte ich auch die Spielzeit in den Interimsspielstätten nicht unberücksichtigt lassen. Ich habe reizvolle Veranstaltungen in der Oper am Dom, im Palladium und Depot in Mülheim und in der Halle Kalk erlebt. Das war Kultur vor Ort. Es wäre schön wenn diese Erfahrungen erhalten bleiben und Oper und Schauspiel sie weiterentwickeln. Deshalb möchten wir, dass die Erfahrungen aus dieser Interimsspielzeit dokumentiert werden. Ich bitte das als Ergänzung zu Ihrem Antrag zu verstehen. Der Ausschuss Kunst und Kultur hätte dann, durch einen solchen Überblick, die Möglichkeiten über Kultur vor Ort diskutieren.
Denn wenn der Prophet nicht zum Berg kommt muss man auch andere Wege anbieten. Mir schweben da die Bühnen der Bürgerzentren vor. Es muss ja nicht Parzival sein, aber es gibt genügen Stücke, die man dort aufführen könnte. Tanztheater wäre auch eine gute Sache und Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck stelle ich mir auf einer Bühne in einem Bürgerzentrum super vor.
Es ist bald Weihnacht, darum gestatten Sie mir diese Wünsche.
Vielen Dank

