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Schutzschirm für die Beschäftigten von Kaufhof/Karstadt

Rede von Jörg Detjen in der Ratssitzung am 18. Juni 2020

In den letzten Tagen protestierten die Beschäftigten von Kaufhof/Karstadt mehrfach in der Schildergasse. Vor Ort war ich über die Zustimmung der Kölnerinnen und Kölner beeindruckt. Viele haben die Unterschriftensammlung unterstützt oder ihren Namen öffentlich auf einem Plakat hinterlassen.

Den Kölnerinnen und Kölnern ist klar, schließt Kaufhof/Karstadt ist das eine dramatische Entwicklung für die Beschäftigten und für die ganze Stadt. Wir müssen parteiübergreifend eingreifen. Denn der Hauptinvestor Rene Benko betreibt einen systematischen Ausverkauf von Kaufhäusern in den Innenstädten und die faktische Zerschlagung des Unternehmens. Wir haben mit den Beschäftigten von Kaufhof/Karstadt gemeinsame Interessen am Erhalt der Kaufhäuser in den Innenstädten und am Erhalt von guten Arbeitsplätzen. Deshalb müssen wir gemeinsam kämpfen.

Ich finde es gut, dass sich die Oberbürgermeisterin mit der Geschäftsführung von Kaufhof/Karstadt treffen will. Noch wichtiger fände ich es aber, wenn wir mit einer Ratsdelegation Herrn Benko mal besuchen würden. Es geht doch nicht an, dass er die Kaufhäuser systematisch verkauft. Und jetzt, wo in das Unternehmen investiert werden muss, drückt er sich!

Wir müssen jetzt einen Schutzschirm spannen. Die Beschäftigten brauchen einen Sozialtarifvertrag, der die Arbeitsplätze garantiert und die tarifvertraglichen Mindestarbeitsbedingungen garantiert.

Gestern haben wir die Kolleginnen und Kollegen im Einzelhandel noch als Heldinnen und Helden gefeiert, weil sie den Laden am Laufen gehalten haben. Auch deswegen müssen wir heute fest an ihrer Seite stehen.

Auch das Land NRW ist gefordert. Ich war doch sehr überrascht, als die FAZ erst kürzlich darüber berichtete, dass in der biederen Schweiz die Bevölkerung entschieden hat, dass auch Einzelhandelsunternehmen das Recht gewährt wird, ihre Mieten zu reduzieren. Darüber sollte der Ministerpräsident mal ernsthaft nachdenken.

Wir brauchen jetzt keine Lippenbekenntnisse, sondern konkrete Solidarität mit den Beschäftigten von Kaufhof/Karstadt.


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