Neues Suchthilfezentrum ist eine humane Alternative zur Drogenszene am Neumarkt
Auf dem Neumarkt gibt es zwar einen Drogenkonsumraum. Trotzdem gibt es dort immer noch viel Drogengebrauchende, die in der Öffentlichkeit Heroin spritzen oder Crack rauchen. Das macht vielen Anwohner*innen und Passant*innen Angst. Deswegen soll nun ein Suchthilfezentrum in unmittelbarer Nähe gebaut werden, das wesentlich größer ist. Dazu gab es auf der Ratssitzung einen Beschlussvorschlag der Verwaltung. Alle demokratischen Fraktionen haben dazu einen gemeinsamen Änderungsantrag gestellt, der das Vorhaben an vielen Stellen präzisiert und nachbessert.
Dazu erklärt unsere Fraktionsvorsitzende Isabel Gerken:
„Das geplante Suchthilfezentrum am Perlengraben ist ein längst überfälliger Schritt. Wir als Fraktion Die Linke begrüßen dieses Vorhaben ausdrücklich. Wenn dieses Konzept konsequent umgesetzt wird, kann es zu einer spürbaren Verbesserung der aktuellen Situation führen.
Entscheidend ist dabei ganz klar eines: Der Erfolg dieses Suchthilfezentrums steht und fällt mit seiner Ausstattung. Ein solches Zentrum darf kein Symbolprojekt sein, sondern muss ausreichend finanziert werden. Es braucht genügend sozialarbeiterisches, medizinisches und therapeutisches Personal, um den vielfältigen und oft sehr komplexen Bedarfen der Menschen gerecht zu werden, die dort Hilfe suchen. Nur wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, kann das Zentrum seine Aufgabe wirklich erfüllen: nämlich Schutz, Stabilität und Perspektiven zu bieten. Das Suchthilfezentrum bietet hier eine klare und humane Alternative.
Künftig sollen nicht nur der Konsum von Drogen, sondern auch der Aufenthalt dazwischen innerhalb eines geschützten Raums stattfinden. Unter Aufsicht von qualifiziertem Personal und außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung. Für die Drogengebraucher*innen bedeutet das mehr Sicherheit, Schutz vor Gewalt und Witterung sowie die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen. Es ist davon auszugehen, dass viele Menschen dieses Angebot bewusst annehmen werden, weil es ihnen Würde, Stabilität und Unterstützung bietet.
Doch auch hier gilt: Ein einzelner Standort wird langfristig nicht ausreichen. Erfahrungen aus Städten wie Zürich zeigen deutlich, dass mehrere Suchthilfezentren im Stadtgebiet notwendig sind, um eine Überlastung einzelner Orte zu vermeiden und die Situation insgesamt zu entspannen. Genau deshalb setzen wir uns dafür ein, den Ausbau weiterer Standorte konsequent voranzutreiben.
In Kalk gibt es dazu bereits letzte Gespräche zwischen dem designierten Betreiber und der Polizei. Für Mülheim liegt ein politischer Beschluss vor. Jetzt kommt es darauf an, diese Vorhaben auch umzusetzen. Zügig, entschlossen und mit der nötigen finanziellen Ausstattung.
Unser Fazit ist klar: Wir unterstützen das Konzept des Suchthilfezentrums ausdrücklich. Es ist ein wichtiger sozialpolitischer Schritt, der nur dann erfolgreich sein kann, wenn er ernst gemeint ist. Dazu gehören ausreichende Mittel, qualifiziertes Personal und ein Ausbau weiterer Standorte. Dafür setzen wir uns ein und dafür werden wir weiterkämpfen.
Vielen Dank!“
Der Beschluss zum Suchthilfezentrum am Perlengraben wurde zusammen mit dem Änderungsantrag mit überwältigender Mehrheit angenommen.

