Neue Rheinbrücke im Kölner Süden darf keine reine Autobrücke sein
Rede zur Ratssitzung am 4.4.2017
Wir brauchen die Brücke südlich von Köln. Aber wir brauchen sie nicht als reine Autobrücke.
Laut Bundverkehrswegeplan ist der Kosten-Nutzen-Faktor größer als 10. Das ist ein enormer Wert. Mit dieser Brücke können Verkehre aus den Dörfern und der Stadt herausgelenkt werden. Das ist nötig, denn der LKW-Verkehr hat sich seit den 90er Jahren verdoppelt.
Auch das Mobilitätsverhalten der Menschen hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert. Laut statistischem Bundesamt hat in den letzten 40 Jahren die durchschnittliche Wegstrecke pro Person und Tag von 27 Kilometern auf über 40 Kilometer pro Tag zugenommen. Deswegen müssen wir in zukunftsfähige Verkehrsinfrastruktur investieren.
Im Kölner Norden sehen wir, was passiert, wenn zu wenig investiert wird. Jahrzehntelang werden LKWs durch Mülheim fahren, die auf eigentlich auf die Leverkusener Brücke gehören. Wenn wir aber zukunftsfähige Verkehrsinfrastruktur herstellen wollen, müssen wir das Thema Schiene und Radverkehr mitdenken.
Die neue Brücke im Süden soll einen Beitrag leisten, dass Güter, zum Beispiel vom Godorfer Hafen mit der Bahn auf die andere Rheinseite, transportiert werden. Auch die Potentiale für den ÖPNV müssen ausgelotet werden.
Das Land NRW hat beschlossen, 7 Radschnellwege zu realisieren. Der größte soll die Unis und Hochschulen des Ruhrgebietes miteinander verbinden. Er wird 110 Kilometer lang sein. Unser Radschnellweg soll Köln und Frechen verbinden. Mit 8 Kilometern ist er der Winzling unter den Radschnellwegen in NRW. Die Brücke im Süden von Köln muss so geplant und gebaut werden, dass sie eines Tages ein Teil des Schnellradwege-Netzes in NRW sein kann.

