Linkes Kino zeigt „Pride“
England in der Thatcher-Ära: 1984 beschließt die Regierung die Schließung und Privatisierung zahlreicher Zechen. Auch die Kumpel in einem kleinen walisischen Dorf sind betroffen, was zu einer ungewöhnlichen Solidaritätsaktion führt: Eine Londoner Gruppe beginnt unter dem Namen „Lesben und Schwule für die Bergarbeiter“ Spenden für die betroffenen Familien zu sammeln. Die Sozialkomödie „Pride“ des britischen Regisseurs Matthew Warchus von 2014 beruht auf tatsächlichen Begebenheiten. Als eine kleine Gruppe der AktivistInnen sich aufmacht, um die Spenden persönlich zu überbringen, entsteht aus dem Zusammenprall zweier Welten ein wirklichkeitsnahes, ernsthaftes und auch humorvolles Abbild der Gesellschaft in den 1980er Jahren. Auch der Soundtrack zum Film mit Hits etwa von Bronsky Beat oder Culture Club lässt die Zeit direkt wieder wach werden und wurde belohnt mit spontanem Applaus am Ende des Films.
In der von Hajra Munir Khawaja moderierten Diskussionsrunde mit Florian Weis, Historiker in der Rosa-Luxemburg-Stiftung, und Christian Steckmann, IGayBau, konnten die Geschehnisse zum einen nochmal historisch eingeordnet werden und die Situation von queeren Menschen heute diskutiert werden und auch die veränderte Situation von queeren Menschen in der Gegenwart gegenüber gestellt werden.
Pride zeigt, wie es ist, wenn sich sehr unterschiedliche Gruppen miteinander solidarisieren, die Diskussion den Abgleich mit der Realität, in der – wenn man ehrlich ist – Menschen erstmal nur für ihre Rechte eintreten. Dass Bergarbeiter und Schwule und Lesben sich zusammengetan haben, ließ uns ZuschauerInnen hoffnungsvoll den Saal verlassen.

