Linker Kino Abend im Zeichen des Ostpunk
Schleimkeim war eine Punkband aus Erfurt, die in den 1980er Jahren die Subkultur in der DDR belebte. Die Band war auffällig, laut und, wie es sich für Punks gehörte, gegen das System.
Der Film "SCHLEIMKEIM - OTZE UND DIE DDR VON UNTEN" erzählt die Geschichte der Band und vor allem von Otze, dem Sänger. Aus Zeitdokumenten und Interviews mit ehemaligen Bandmitgliedern und Angehörigen entsteht eine dokumentarische Collage, die die Musik greifbar macht und den Preis der Freiheit zeigt.
Der Kinosaal war gut besucht und zog vor allem Punks an. Im Anschluss an den Film stand ein Zeitzeuge aus Leipzig für ein Interview zur Verfügung; Alexander Pehlemann (Agitator,
Kunsthistoriker, Autor) zeigte noch einmal auf, welchen besonderen Repressalien Subkulturen im autoritären System ausgesetzt waren und wie sich diese von denen in der BRD unterschieden. Außerdem konnte er im Interview mit Hajra spannende Anekdoten rund um die Veröffentlichung der ersten Schleimkeim-LP erzählen.
Der Film und das anschließende Interview zeigten an einem kurzweiligen und heiteren Kinoabend eindringlich, dass der Kampf für soziale Gleichheit niemals ohne den Kampf und das Eintreten für individuelle Freiheit geführt werden kann

