Kölner ÖPNV leidet an flächendeckender Unzuverlässigkeit der KVB

Stellungnahme des AK Verkehr zum Interview der scheidenden KVB-Vorstandsvorzitzenden Stefanie Haaks am 23. Februar mit der Kölnischen Rundschau.

Im Interview mit der Kölnische Rundschau vom 23. Februar beklagt die scheidende KVB-Vorstandsvorsitzende Stefanie Haaks das fehlende Tempo bei der Verkehrswende, schiebt die Verantwortung dafür aber vor allem der Politik zu. In einem Abschiedsinterview mit Rückblick auf sieben Jahre Vorstandstätigkeit

 „hätte Frau Haaks ein bisschen Demut und Selbstkritik gut zu Gesicht gestanden“ 

meint Fiete Sass, verkehrspolitischer Sprecher der Linken Köln. 

„Zumal ihre Tätigkeit mit 400.000€ pro Jahr sehr üppig vergütet wurde.“


Frau Haaks beklagt im Zusammenhang mit den Verzögerungen bei den Ost-West-Tunnelplanungen, dass sich „Mobilitätsgewohnheiten verfestigt“ hätten und es immer schwerer werde, Autofahrer zum Umstieg auf den ÖPNV zu bewegen. 

„Das stimmt.“ 

ergänzt Angela Bankert, die für die Linksfraktion im Mobilitätsausschuss sitzt. 

„Aber nicht wegen eines fehlenden Tunnels, sondern wegen flächendeckender Unzuverlässigkeit, ausfallender Bahnen, kaputter Aufzüge und Rolltreppen. Menschen mit Behinderung oder Arbeitnehmer, die pünktlich zum Dienst erscheinen müssen, sind oft gezwungen, auf das Auto zurückzugreifen“.


Frau Haaks stand für eine Auffassung von Verkehrswende mit teuren Großprojekten, ganz viel Beton und wenig Sensibilität für die soziale Seite des Geschehens. Das macht sie in dem Interview noch einmal deutlich. Diese Art von Verkehrswende hat sich in Köln festgefahren und ist gescheitert. Was die Stadt jetzt braucht, ist eine Verkehrswende, bei der das Schienen- und Fahrradnetz in überschaubaren oberirdischen Projekten zügig ausgebaut wird. 

Geschätzt haben wir, dass Frau Haaks als Einzige in einer vergleichbar verantwortlichen Position in Köln die kommende Finanzierungskatastrophe bei den Betriebskosten der KVB (und des ÖPNV in ganz Deutschland) unmissverständlich ansprach und Stadt und Rat da forderte. Bisher vergeblich, leider. Darüber muss sich Frau Haaks sich jetzt nicht mehr aufregen. Die KVB hatte bereits 2024 für ihre Pension 1,56 Mio.€ zurückgestellt. Da lässt sich in Ruhe wandern gehen.