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Keine Gebührenerhöhung bei der Stadtbibliothek!

Jörg Detjen

Rede zur Ratssitzung am 06.04.2011

Herr Oberbürgermeister,
Meine Damen und Herren,

Die Erhöhung der Jahresgebühren um 62% ist ein Skandal!
Mit 38 Euro liegt Köln mehr als doppelt so hoch wie Duisburg mit 12 Euro, Düsseldorf mit 16 Euro, Bochum mit 18 Euro. Eine Journalistin wusste, dass man in Berlin nur 10 Euro zahlt.

Versteckt in den Extragebühren für Hörbücher, Lernprogramme und so weiter hat man in Köln schon bislang doppelt so viel gezahlt wie in anderen Städten.

Jetzt aber wird die katastrophale Lage der Stadtbibliothek offensichtlich!

Bar jeder Kultur ist diese Tariferhöhung, die nach Aussagen der Verwaltung dazu führt, dass die Stadtbibliothek 10% ihrer Kunden verlieren wird.Wären sie an Kultur und Bildung interessiert, würden Sie auf diese Gebührenerhöhung verzichten, dann würde die Stadtbibliothek zu den jetzigen Kunden 10% dazugewinnen! Auch dies eine Aussage der Verwaltung auf unsere Anfrage.

Bar jeder Kultur ist es, die fehlenden 270.000 Euro nicht in die Hand zu nehmen und 20 % mehr Menschen Teilhabe und Bildung zu ermöglichen. Dieses Geld ist im Kulturetat vorhanden. Der Betriebskostenzuschuss an die Bühnen kann um diesen Betrag gesenkt werden, da im Jahresabschluss 2009 2 Mio. Euro nicht ausgegeben wurden.

Bar jeder Kultur sind die geringen Investitionsmittel in die Stadtbibliothek. 95% der Großstädte sind bei den Medien besser ausgestattet.

Bar jeder Kultur ist ihre Politik, die Stadtbibliothek unattraktiv zu machen. Von der Schwarz-Grünen Kürzungsorgie im Jahre 2004 hat sich die Stadtbibliothek nie erholt. Zwar hat Rot-Grün im letzten Haushalt 750.000 Euro zusätzliche Mittel in Aussicht gestellt, aber bis heute nicht angewiesen. Nötig wären aber 1,3 Mio. Euro, um wenigstens im Mittelfeld vergleichbarer Bibliotheken zu liegen.

Bar jeder Kultur ist ihr Umgang mit den Beschäftigten. Der Rat beschließt längere Öffnungszeiten in den Stadteilbibliotheken, gleichzeitig beschließt die Verwaltung eine Wiederbesetzungssperre.
Proteste des Personalrats während der letzten Sitzung des Ausschusses Kunst und Kultur werden ignoriert. Der Personalrat legt deshalb ?Veto? gegen längere Öffnungszeiten ein und befürchtet den Verlust qualifizierten Personals. Sie schreiben in einem Flugblatt: ?Damit sind Schließungen von Bibliotheken zu befürchten.?

Bar jeder Kultur ist ihre Ignoranz. Wären Sie an Kultur und Bildung interessiert, wäre Köln kein Schlusslicht bei den Mittelzuschüssen und dann würden Sie auch erkennen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtbibliothek eine super Arbeit machen, die man unterstützen sollte!

Die Stadtbibliothek ist eine wichtige Säule für Bildung, Kultur und Teilhabe. Wer nicht liest, der geht auch nicht ins Schauspielhaus!

Warum machen Sie von der SPD dieses Spiel mit, nachdem die Grünen Sie bei den Kosten für Oper und Schauspielhaus so vorgeführt haben?

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