Gegen die Wohnungsnot von Studierenden

Michael Weisenstein

Rede von Michael Weisenstein zur Ratssitzung am 13. Februar 2025.

Unter der Wohnungsnot in Köln leiden auch viele Studierende, die hier keine Bleibe finden. Auf der Ratssitzung gab es dazu einen gemeinsamen Antrag auch mit der Linken, zu dem Michael Weisenstein geredet hat:

Es ist richtig und wichtig, dass sich der Rat einmal mehr mit der Wohnungsnot in Köln beschäftigt. Der vorliegende Antrag nimmt die Not der Studis in den Blick. Es wurde schon viel Richtiges gesagt, was ich nicht wiederholen möchte. Ich möchte in meiner Rede auf die Nöte der Studis eingehen, die von der Wohnungsnot verursacht sind.

Der Höchstbetrag Bafög liegt bei 855 Euro bei familienversicherten und 992 Euro bei selbst versicherten Studierenden. Die inklusive Wohnpauschale liegt bei 380 Euro. In 80 Prozent der deutschen Unistädte reicht die Wohnpauschale nicht, um die Kaltmiete zu decken.

Das gilt leider auch für Köln. Nur in vier anderen deutschen Städte müssen Studis noch mehr für ein WG-Zimmer zahlen. Angebotene WG-Zimmer liegen fast immer über 500 Euro. Studis ohne reiches Elternhaus und Elternbürgschaft haben es sehr schwer, ein Zimmer auf dem freien Markt zu finden.

Köln hat 95.000 Studis, hinzu kommen mehrere Tausend Azubis, die wegen ihrer Ausbildung in Köln leben müssen. Dem stehen lediglich 5.000 Zimmer des Studierendenwerkes gegenüber. Das ist eine gravierende Unterversorgung der jungen Menschen in Ausbildung in unserer Stadt.

Was heißt das für die Betroffenen? Ich habe mich mal in unserer Linksjugend umgehört.

Marie, 24, Studentin der Psychologie sagt: „Seit über einem Jahr muss ich täglich von Koblenz nach Köln zur Vorlesung fahren, weil ich hier kein Zimmer finde.“

Adrian, 23, studiert Maschinenbau. Er zahlt 600 Euro Miete für sein Zimmer und muss deshalb zweimal pro Woche arbeiten gehen, weil sonst das Geld nicht reicht. Er sagt: „Die Zeit fehlt mir zum Lernen. Deswegen werde ich mein Studium nicht in der Regelzeit schaffen.“

Sweta, 23, sagt: „Ich bin jetzt schon im dritten Semester. Ich habe immer noch keine feste Bleibe und hangele mich von Zwischenmietvertrag zu Zwischenmietvertrag.“

Der Antrag wurde mit Mehrheit angenommen.