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Jörg Detjen

Gegen die Schließung der Bäder - für einen Masterplan

Die Demonstranten auf dem Rathausplatz haben uns eindringlich gezeigt, aber auch gesagt, was sie von den Bäderschließungen halten. Nämlich gar nichts!

Inzwischen hat sich ein Bürgernetzwerk zum Erhalt der Bäder gebildet, dem über 30 Sportvereine, Schulen, Kindergärten, Seniorenvertreter, Interessenverbände angehören. Vier Bezirksvertretungen lehnen das geheime Konzept der KölnBäder GmbH ab. SPD+Grün, CDU+FDP sind sich einig, dass die Bäder in Nippes, Weiden und am Fühlinger See geschlossen werden. Auch das Rodenkirchener Bad steht zur Disposition.   

Meine Damen und Herren, können Sie sich eigentlich an den 18. Mai 2006 erinnern? Ja, da hatten wir eine Ratssitzung, und zu später Stunde unter dem Tagesordnungspunkt 2.14 lag ein Antrag von SPD und Grüne vor, der den Titel trug: ?Schwimmen macht Schule?. Was haben Sie da, Herr Köhler + Herr Bosbach, alles für schöne Wort gefunden. Einstimmig hat der Rat damals sogar beschlossen, dass weitere Schulschwimmbäder gebaut werden sollen. Die Verwaltung sollte nach einem Jahr einen Erfahrungsbericht vorlegen. Auf der letzten Sportausschusssitzung berichtete die Verwaltung über eine Umfrage an den Schulen zum Schulschwimmen. Ich zitiere: ?Wünsche werden besonders in Bezug auf mehr Wasserflächen, Schwimmzeiten und Fortbildungsangebot geäußert.?  

Zu Recht können die Kölnerinnen und Kölner sauer auf die etablierten Parteien sein. Erst werden wilde Versprechungen gemacht. Es wird aber nichts unternommen. Und dann sollen auch noch vier Bäder geschlossen werden. Das ist schon dreist und demagogisch zu gleich.  

Der Aufsichtsrat der KölnBäder GmbH wollte - am Rat und dem Sportausschuss vorbei - mal eben die Schließung von vier Bädern beschließen. Die Ratsmitglieder im Aufsichtsrat kamen nicht auf die Idee, den Rat einzuschalten, und der Vertreter des Oberbürgermeisters im Aufsichtsrat segnete das ganze mit ab. Jetzt versuchen CDU, FDP aber auch der Oberbürgermeister, den Eindruck zu erwecken, sie wollen die Schwimmbäder erhalten.

Der Oberbürgermeister forderte die Schul- und Jugenddezernentin auf, vier Verwaltungsvorlagen zu erstellen, die vorsahen, dass die Bäder in Nippes, Weiden und Rodenkirchen nicht geschlossen werden sollen. Diese Anträge lagen dann dem letzten Sportausschuss vor. Dummerweise brachte die CDU einen Antrag in den Rat ein, der nur den Erhalt des Rodenkirchner Bades vorsah. Da beschloss OB Schramma zu tauchen. Gestern zog er im Finanzausschuss die vier Vorlagen ganz zurück und beteiligt sich somit vorbildlich am Wettbewerb ?Schwimmen macht Schule?.  

Wir finden es richtig, dass auf der nächsten Sportausschussitzung noch einmal über das ganze Konzept gesprochen wird. Wir wollen uns nicht damit zu Frieden geben, dass nur ein Bad gerettet wird. Wir wollen erreichen, dass gemeinsam mit allen Betroffenen, den Sportvereinen, aber auch den verschiedene Institutionen ein stadtweiter Masterplan Bäder erstellt wird. Ein solches Konzept muss aus der Sicht der Kunden entwickelt werden und nicht aus Sicht der KölnerBäder GmbH. Wir brauchen gute, preiswerte, aber auch wohnortnahe Schwimmbäder.  

Hier im Rat wird immer der Breitensport hochgehalten, aber dem Profisport viel Geld in den Rachen geschoben. Der Kölner Stadt-Anzeiger veröffentlichte kürzlich die Subventionen pro Schwimmer nach Schwimmbad: Nippes 7,20; Weidern 5,65 und Rodenkirchen 5,23 Euro. Wissen Sie eigentlich, dass ein Punktspiel des FC im Rhein-Energie Stadion mit 11,93 Euro pro Ticket subventioniert wird? Und dann höre ich immer das Argument, der Stadtwerke-Konzern würde jetzt ganz uneigennützig die Schwimmbänder mit 11 Mio. Euro im Jahr unterstützen und das sei unheimlich spendabel.

Meine Damen und Herren von Rot-Grün, CDU und FDP, haben Sie eigentlich vergessen, dass sie erst kürzlich mit 70 Mio. Euro ihr Haushaltsloch gestopft haben. Warum sollen die Kölnerinnen und Kölner nicht auch was ins Bäderloch stopfen? Der Stadtwerke-Konzern gehört nämlich allen Kölnerinnen und Kölnern.  

Meine Damen und Herren, die Vertagung aller Anträge ist auch eine Chance. Lassen Sie uns einen gemeinsamen Masterplan Bäder erstellen und die drohenden Schließungen verhindern.


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