GAG soll Wohnungen in Chorweiler erwerben
Rede in Ratssitzung am 12.05.2015
Aktuelle Stunde
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
Liebe Kinder,
meine Damen und Herren,
CDU, FDP und Teile der Arbeitnehmervertreter haben gestern im Aufsichtsrat der GAG den Ankauf von 1.200 Wohnungen in Chorweiler blockiert. Ein schwarzer Tag für Köln. Und er erinnert an den 19.12.2002. Das war ein denkwürdiger Tag! Die Privatisierung konnte gegen die Machtpolitik von CDU und FDP verhindert werden. Die Stadt war in Bewegung. Die Mieterinnen und Mieter, insbesondere der GAG, fürchteten den Ausverkauf von sozialem Wohnraum. Wenige Tage vor der Entscheidung stellte sich der Vorstand der GAG gegen die Machtvon CDU-Bietmann.
Die GAG legte ein Sanierungskonzept vor. Dieser Plan des GAG-Vorstandes war ein wichtiger Baustein für den Erhalt der GAG und der darauf folgenden Festigung des Unternehmens.
Es stand 1:0 für den sozialen Wohnungsbau. Die Mieterinnen und Mieter hatten wieder eine Zukunft. In den darauf folgenden Jahren stemmte die GAG mehrere große Projekte. Wir hätten gerne davon noch mehr gesehen.
CDU und FDP waren kleinlaut. Jahre später wollen sie lieber vergessen lassen, was sie beinahe angerichtet hätten.
Gestern haben die Liberalen und Konservativen die Katze aus dem Sack gelassen. Ihre Entscheidung, die Menschen in Chorweiler alleine zu lassen, knüpft an ihre alte Privatisierungsideologie unumwunden an.
Das werden wir uns auch diesmal nicht gefallen lassen!
Die Mehrheit des Rates, und dazu zählt auch DIE LINKE, wird zusammen mit dem GAG Vorstand, den Mieterinnen und Mietern, dem Mieterverein, den Gewerkschaften und den Menschen in Chorweiler die Stadtgesellschaft aufrütteln: Wir brauchen mehr geförderte Wohnungen und wir brauchen lebenswerte Veedel mit guten Wohnungen und einer sozialen Infrastruktur.
Und wir werden den Miethaien das Handwerk legen. Wir werden nicht hinnehmen, dass die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Stadt Köln, in Chorweiler für schlechte Wohnungen hohe Mieten zahlen.
Und ich rufe den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der GAG zu: Nutzen sie jetzt die Chance und bauen sie mit uns gemeinsam ein soziales und schlagkräftiges Unternehmen auf. Köln wächst und auch die GAG muss wachsen! 50.000 Wohnungen sind das Ziel!
Liebe Kolleginnen und Kollegen von der CDU,
ihre Presseerklärung von gestern ist unterirdisch: Sie verlangen den „Abriss der maroden Großwohnanlagen“. Aber wenn sie die Häuser abreißen wollen, dann müssen Sie sie erst einmal besitzen – oder wollen Sie sie besetzen?Sie wollen „keinen Cent in eine Bauruine investieren“ schreiben Sie.So, so … wollen Sie selber Hand anlegen?
Und dann schreiben sie, in „unmittelbarer Nachbarschaft“ sollen neue Wohnungen errichtet werden.
Das wird aber dann sehr teuer:Sie übernehmen die Hochhäuser und reißen sie ab. Dann kaufen sie in der Nachbarschaft Grundstücke und bauen 1.200 Wohnungen neu.
Da kommen sie eher auf das Doppelte. Damit kann man dann tatsächlich die Stadt und die GAG ruinieren.
Liebe Kolleginnen und Kollegen von SPD; Grüne, Linke, Piraten und Freunde,
lassen Sie uns gemeinsam für Chorweiler kämpfen. Wir dürfen diese Menschen nicht im Stich lassen. Der Oberbürgermeister soll gemeinsam mit dem Vorstand der GAG ein Konzept entwickeln, wie der Kauf und die Sanierung der 1200 Wohnungen in Chorweiler rasch umgesetzt werden können.

