Entscheidung im NRW-Verkehrsausschuss zur Ost-West-Achse ist fragwürdig
Die linke Ratsfraktion ist entsetzt über den Beschluss des NRW-Verkehrsausschusses, eine Interimslösung für die Ost-West-Achse in den ÖPNV-Bedarfsplan aufzunehmen. Die rechtlichen Voraussetzungen, wie eine bestimmte Planungstiefe, seien dafür gar nicht gegeben.
„Dann auch noch zu sagen: Wenn ihr in einigen Jahren eure geänderten Tunnelpläne fertig habt, könnt ihr sie gerne noch nachreichen, wir nehmen sie rückwirkend in den alten Bedarfsplan auf – das grenzt an Rechtsbeugung.“
meint Angela Bankert, verkehrspolitische Sprecherin der linken Ratsfraktion. Dass ein grüner Verkehrsminister und die grüne Landtagsfraktion dabei mitmachen, löst bei den Linken Kopfschütteln aus.
Langzüge sind nach Ansicht der Linken ohnehin eine teure Option mit sehr geringem Mehrnutzen. Die Behauptung, durch Langzüge gebe es einen Mehrnutzen von 50%, sei irreführend, so Bankert:
„Als 90m-Langzug soll nur jede zweite Bahn alle 10 Minuten von Weiden-West bis Bensberg durchfahren. Dazwischen sollen in den Hauptverkehrszeiten weiter 60m-Bahnen fahren, und das nur zwischen Junkersdorf und Brück. Das ergibt lediglich 25% Mehrkapazität, ausschließlich auf der Linie 1. Die anderen beiden Linien 7 und 9 erfahren ohnehin gar keine Kapazitätserweiterung.“
Für einen derart geringen Mehrnutzen sei es unsinnig, 34 Haltestellen umzubauen und mindestens 570 Millionen Euro auszugeben, auch in Anbetracht der Haushaltslage.
Die Linksfraktion favorisiert das Konzept der Taktverdichtung auf allen drei Linien.
„Dafür müssten nur die beiden Engpass-Haltestellen Heumarkt und Neumarkt erweitert werden. Dies ist eine preiswerte, barrierefreie und schnell umsetzbare Kapazitätserweiterung auf allen drei Linien.“
so Bankert. Die Linke möchte hierüber mit den anderen Ratsfraktionen endlich in ein ernsthaftes Fachgespräch kommen.

