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Elektromobilität

Rede von Jörg Detjen zur Ratssitzung am 10.5.2016

Ich kann ja gut nachvollziehen, dass ihr Bündnis den Beweis antreten will, auch in schwierigen Fragen, wie z.B. in der Verkehrspolitik, zusammen zu stehen. Und da haben sie die Elektromobilität gefunden. Ökologie und Ökonomie treffen sich da. Ihre Vorschläge sind kleinteilig, auch nicht falsch. Der Antrag ist so eine Art gegenseitige Rückversicherung, aber auch nicht mehr. Die Zukunft, die die Stadt Köln mit diesem Thema verbindet, wird nur am Rande gestreift. Der Änderungsantrag von LINKEN und SPD geht da weiter.

Köln ist seit 150 ein wichtiger Standort für die Automobilinstrie und die Chemieindustrie. 1864 gründeten Nicolaus August Otto und Eugen Langen in Köln die erste Motorenfabrik der Welt. 1871 verschoben sich in der Kölner Wirtschaft die Gewichte, Metall und Chemieindustrie verdrängte die Textil- und die Zuckerindustrie. 1929 holte Adenauer Ford nach Köln. Bei Ford arbeiten 18.000 Menschen, Toyota hat ein Werk in Köln und in der Chemieindustrie arbeiten in der Kölner Region 80.000 Menschen. Das ist ein gewaltiges Knowhow. Dazu kommt noch die Technische Hochschule. Das müssen wir als Chance begreifen und den Akteuren Respekt, Interesse und Aufmerksamkeit widmen.

Die Möglichkeiten der Stadt Köln aktiv Wirtschaftsförderung zu betreiben, sind ziemlich gering. Und das wird sich auch nicht ändern. Gerade deshalb ist es wichtig, dass wir als Stadt Netzwerke unterstützen und Dialoge organisieren. Und bei der Elektromobilität ist das eine riesige Herausforderung! Es muss eine Aufgabe aller unserer Bundestags- und Landtagsabgeordneten sein, dieses Netzwerk zu unterstützen. Die Stadtwerke sind an diesem Thema ebenfalls dran. Aber eine Ansiedlung eines Produktions-, Montage- und Aufbereitungszentrums für Speichertechnologie nach Köln zu bekommen, wird nicht so einfach sein, weil die Konkurrenz nicht schläft.

Deshalb unsere Forderung: Verwaltung und Rat müssen Industriepolitik wollen und politisch, moralisch und intellektuell unterwegs sein, damit Köln ein solcher Standort wird. Die Kölner IG Metall hat sich auf der Delegiertenversammlung am 18. April für einen solchen Standord für Speichertechnologie ausgesprochen. Das ist ein wichtiger Schritt, den wir in dieser Resolution aufgreifen sollten.

Dass sie noch nicht mal die Ladestation in Chorweiler übernehmen wollen, spricht Bände. Sie wollen schöne E-Autos für reiche Leute!

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