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Ein neuer Stadtteil Kreuzfeld ist eine gute Idee!

Michael Weisenstein

Dieser oder ähnliche Anträge standen häufiger schon auf der Agenda des Kölner Rates, auch, weil es eine gute Idee ist, in Kreuzfeld Wohnungen zu bauen. Ob der Zeitpunkt der Antragseinbringung so gut gewählt ist, bleibt unklar. Denn unser Baudezernent hat in Aussicht gestellt, bald eine Vorlage einzubringen, in welcher potentielle Flächen für den Wohnbau vorgestellt werden. Vielleicht wäre ein Abgleich sinnvoll gewesen.

Doch nun zum Antrag: Seit vielen Jahren verschärft sich der Wohnungsmarkt in Köln. Die Ursachen sind vielfältig. Köln wächst! Je nach Schätzung wird Köln bis zu 1,2 Millionen Einwohner/-innen haben. Die Menschen müssen vernünftig untergebracht werden, Einwanderer und Einheimische!

Um dieses Ziel zu erreichen, müssen bis 2030 mindestens 50.000 bezahlbare Wohnungen gebaut werden. Allein durch Nachverdichtung im Innenbereich wird das nicht zu schaffen sein. Um das Ziel der 50.000 Wohnungen zu schaffen, müssen mindestens 13.000 Wohnungen auf Flächen realisiert werden, die heute noch keine Wohnbauflächen sind. Dieser hohe Baubedarf wird nur gedeckt, wenn auch neue Siedlungen entstehen.

Die SPD-Fraktion greift mit ihrem Antrag zum Kreuzfeld eine gute Idee aus den 90er Jahren auf. Dass neue Großsiedlungen einen wesentlichen Beitrag zur Versorgung mit Wohnraum beitragen, zeigen aktuelle Beispiele aus anderen Städten: In Freiburg-Rieselfeld entsteht eine neue Siedlung für bis zu 11.000 Menschen auf einer ehemals landwirtschaftlichen Fläche. Der Berliner Bausenator Andreas Geisel (SPD) hat am 19. 1. und am 23. 1. 2016 in der Berliner Morgenpost und im Rundfunk mitgeteilt, dass in Berlin zehn neue Großsiedlungen mit insgesamt 50.000 Wohnungen gebaut werden, um den Ansturm, den die Berliner bis 2030 erwarten, in den Griff zu bekommen.

Das Gebiet Kreuzfeld im Kölner Norden eignet sich gut für den Bau einer neuen Siedlung. Die Vorzüge liegen auf der Hand:

1. Die Verkehrsanbindung ist sehr gut. Die S-Bahn, die Köln, Dormagen und Düsseldorf verbindet, ist in unmittelbarer Nähe. Auch die Anbindung an die Autobahn ist sehr gut.

2. Das Bauland gehört fast ausschließlich der Stadt. Wir können das Vorhaben mit unserer Wohnungsbaugesellschaft und den Kölner Genossenschaften nach unseren Vorstellungen umsetzen. Es müssen auch viele kommunale Wohnungen entstehen, die dauerhaft preiswert sind, und nicht nach 15 Jahren aus der sozialen Bindung fallen.

3. Die heute unzureichende Nahversorgung in Blumenberg kann durch den Bau von Kreuzfeld überwunden werden. Einrichtungen, die heute in Blumenberg nicht lohnen, können künftig für dann circa 10.000 Einwohner effektiv arbeiten. Das gilt für Ärzte, Apotheken, Geschäfte des täglichen Bedarfs und auch für eine Grundschule.

4. Die Stadt kann beispielsweise durch die Eigentumsquote oder die Quote der geförderten Wohnungen Einfluss auf die Zusammensetzung der Bevölkerung nehmen. Das kann sich positiv auf die Entwicklung der Einwohnerstruktur im Stadtbezirk Chorweiler auswirken.

Dieser neue Stadtteil kann Heimat für mehrere tausend Menschen werden. Kreuzfeld kann einen Beitrag zur Bekämpfung der Wohnungsnot in Köln leisten. Wenn wir jetzt die Planungen auf den Weg geben, kann Kreuzfeld Realität sein, wenn der Höhepunkt der Zuwanderung in Köln erreicht ist.

DIE LINKE wird dem Antrag gerne zustimmen. Wir hoffen, dass dieser Antrag eine Mehrheit findet und wir freuen uns auf die konstruktive Begleitung dieses Projektes.

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