Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

Die vierte Welle nicht riskieren: Unterricht in den Schulen nur mit reduzierter Klassengröße und Abstandsregel

Foto: Manfred Jahreis / pixelio.de

Im Hauptausschuss des Rates am kommenden Montag beantragt DIE LINKE, dass die Stadt Köln sich bei der Landesregierung für eine konsequentere und solidarische Corona-Strategie einsetzt. Das heißt für DIE LINKE auch, dass die Schulen momentan nicht für den vollen Präsenzunterricht geöffnet werden. Genau dies hat die Landesregierung jedoch für kommenden Montag angekündigt. Die Schulen bereiten sich auf Unterricht in Klassenstärke vor.

Dazu erklärt der Fraktionssprecher Heiner Kockerbeck:

„Mit 31 Personen auf engem Raum ist die Abstandsregel an Schulen aufgehoben. In der momentanen Situation widerspricht dies klar den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Es möchte, dass Wechselunterricht mit geteilten Klassen stattfindet, solange die Inzidenz nicht stabil bei 50 und niedriger liegt. Landeselternkonferenz, die Landesschüler*innen und die Gewerkschaft GEW kritisieren den Kurs in NRW zurecht. Präsenzunterricht ist sehr wichtig – aber nicht um jeden Preis. Wieder einmal, wie im vergangenen Herbst, kann eine vorschnelle Öffnung der Schulen bisher Erreichtes zunichte machen. Dann droht uns die vierte Welle.“

In den vergangenen zwei Wochen gab es in Köln zur Wahrung des Infektionsschutzes Wechselunterricht. Jeweils die Hälfte der Klasse befindet sich im Schulgebäude. Die andere erledigt zu Hause Aufgaben. Täglich wechseln die Gruppen. Die Landesregierung hat vor kurzem festgelegt, dass bei einer stabilen Inzidenz von 100, die über fünf Werktage unterschritten wird, die Schulen zu vollem Präsenzunterricht in Klassenstärke übergehen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt eine strengere, stabile Inzidenz von 50 und niedriger.

Heiner Kockerbeck erläutert:

„Das Schulministerium sieht auch vor, dass Klassen sich untereinander für einzelne Fächer mischen, etwa für Sprachen und Religion. Und in Bussen und Bahnen stehen Schüler*innen morgens und nachmittags wieder eng an eng. Auch in Köln verursacht dieser brachiale Öffnungskurs mulmige Gefühle. Beschäftigte der weiterführenden Schulen haben die erste Impfung erhalten. Für Schüler*innen gibt es noch gar keinen Impfstoff.“

Dr. Carolin Butterwegge sitzt für DIE LINKE als sachkundige Einwohnerin im Schulausschuss und ist die schulpolitische Sprecherin der LINKEN. NRW:

„Die nordrhein-westfälische Landesregierung macht wieder einmal deutlich, dass ihr die Interessen der Wirtschaft vor den Gesundheitsschutz der an Schule Beteiligten gehen. Corona hat gezeigt, dass die Personaldecke für individuelle Förderung zu dünn, die Klassen zu groß, die Räume zu klein sind. Schüler/innen jetzt wieder in volle Klassenräume ohne Abstand und Luftfilter zu pferchen, zum Teil sogar, um Arbeiten nachzuholen, wird weder den Schülerinnen und Schülern, die in den letzten Monaten so viel ertragen mussten, noch dem Infektionsschutz gerecht. Zugleich sollen sich Jugendliche demnächst in der Warteliste Impfwilliger ganz hinten einreihen dürfen. Eine die Gesundheit schützende Arbeitsgrundlage für Lehrer*innen und Schüler*innen und ein Ausdruck von Kinderfreundlichkeit sind das nicht!“

Antrag Hauptausschuss.

Änderungsantrag Hauptausschuss.


Basis unserer Arbeit: Das Kommunalwahl-programm 2020