Die Reichen wollen sich ein Ja für Olympia erkaufen

CDU, SPD und FDP hatten einen Antrag eingebracht, der die Kölner Olympiabewerbung als Chance begreift. Dazu gab es einen Änderungsantrag von Volt, der eine Mehrheit bekommen hat. Kern des Antrags von CDU, SPD und FDP war es, dass die Verwaltung jetzt schon in die Planungen für Olympia einsteigen soll.

Der Antrag von Volt enthielt zahlreiche weitere Rechercheaufträge an die Verwaltung. Nicht Teil des Antrags, aber in der Rede erwähnt, ist die Tatsache, dass bei Unternehmen Spenden eingesammelt werden, um die öffentliche Meinung im Hinblick auf ein Ja zu Olympia zu beeinflussen.

Das hat Attila Gümüs in seiner Rede dazu gesagt:

„Ich muss ja sagen, ein bisschen tut es mir leid. Ich weiß, lieber Torsten, Olympia in Köln ist ein bisschen, wie ein Lebensprojekt, wo man lange darauf hinarbeitet und dann folgen einem nicht alle… Und Du weißt, als ehemaliger Leistungssportler bin ich dem Olympischen Gedanken sehr verbunden.

Aber ich habe ja in der letzten Ratssitzung den Trainingsplan für eine erfolgreiche Olympiabewerbung aufgestellt. Und dieser Antrag hier und heute ist schön, aber wird in der Schublade verschwinden.

Man kann schon fragen, warum ist der Stadtbezirk Chorweiler auch nach Jahrzehnten nicht bedarfsgerecht angeschlossen, insbesondere die S-Bahn? Und jetzt soll Olympia alles richten. Und die Entschuldigung, dass es wieder nicht passiert, ist doch in der Begründung enthalten.

Ich zitiere:

„Zugleich eröffnet das Projekt Möglichkeiten, Fördermittel von Land, Bund und Europäischer Union zu aktivieren, die ohne den olympischen Kontext schwerer zu mobilisieren wären. Diese zusätzlichen Finanzierungsperspektiven können helfen, zentrale Projekte trotz angespannten kommunalen Haushaltslage umzusetzen…“

Aber was ist denn der Plan B, wenn Olympia nicht nach Köln kommt? Und danach sieht es doch gerade aus. Stephan Bause, eine weitere Stimme aus dem DOSB, sagt, dass das mit der Kompaktheit der Rhein-Ruhr-Bewerbung nicht so ganz stimmt. „Andere Konzepte“ seien da „kompakter“.

Es rumort im Land… Die SPD-Fraktion im gallischen Dorf Herten probt den Aufstand. Der grüne Landtagsabgeordnete Arndt Klocke sieht keine ernsthafte, realistische Option für eine erfolgreiche Olympiabewerbung in der Region.

Es gibt sie ja, die vernünftigen Menschen in beiden Parteien. Und in der Grünen Jugend. Aber hier ist bisher nur die Fraktion Die Linke die starke Stimme der Vernunft. Das hier ist eine Einladung an die anderen Fraktionen. Stoppt diese unsinnige Bewerbung und lehnt diesen Antrag ab!

Die Olympischen und Paralympischen Spiele werden nicht nach Köln kommen! Auch, wenn man das hier in Gutsherrenart durchsetzen möchte. Stattdessen werden jetzt Gelder bei den Unternehmen eingesammelt.

Für mich ist das vollkommen unfair. Dabei ist Fairness Grundlage des Sports. Die Reichen wollen sich ein Ja für Olympia erkaufen und das unter einem sozialdemokratischen Oberbürgermeister. Willkommen im Kapitalismus. Eine demokratische Entscheidung wird dann fallen zwischen David und Goliath. Wir nehmen die Rolle des Davids sehr gerne an.

Wir lehnen diesen Antrag ab und enthalten uns beim Änderungsantrag von volt, der gute Ansätze enthält, aber den Antrag auch nicht rettet.“
 

Der durch Volt geänderte Antrag bekam nur eine hauchdünne Mehrheit, u. a. stimmte Die Linke dagegen.