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Dezentrale Drogenpolitik ist ein wirksames Drogenhilfekonzept

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Auf der Ratssitzung im Mai wurde beschlossen, das Suchthilfezentrum am Perlengraben zu bauen. Der Beschlussvorschlag wurde noch durch einen gemeinsamen Änderungsantrag ergänzt, den Grüne, SPD, CDU, volt und FDP zusammen mit der Linken gestellt haben. Dieser Antrag sieht vor, dass nicht nur ein Träger, auch die Stadt Köln an dem Betrieb des Suchthilfezentrums beteiligt wird. Außerdem soll das Rahmenkonzept, darunter das Sicherheitskonzept, konkretisiert werden. Als dritten Punkt sieht der Änderungsantrag eine dauernde Evaluation vor.

 

Das sagte Isabel Gerken in ihrer Rede zu dem Punkt:

„Viel ist ja schon gesagt worden, was ich jetzt nicht wiederholen muss. Ich möchte den Fokus darauf richten, dass das Suchthilfezentrum ein wichtiger Baustein in unserem Drogenhilfekonzept ist, aber eben nur einer.

Deshalb ist es eine außerordentlich gute Nachricht, dass jetzt auch der Drogenkonsumraum in Kalk eine Genehmigung erhalten hat und hoffentlich im vierten Quartal 2026 öffnen kann. Der Betreiber Vision e. V. hat in derselben Straße bereits eine Kontaktstelle. Dort gibt es Frühstück und Mittagessen, Duschen, Kleidertausch und die Möglichkeit der Computernutzung. Die Mitarbeiter bieten Beratung, Krisenintervention und Streetwork an. Von dort ist es kein so großer Schritt mehr zu einem weiteren Suchthilfezentrum in Kalk, mit mehr Aufenthalts- und Tagesruhemöglichkeiten. Sehen wir uns an, wie sich der Drogenkonsumraum in Kalk und das Suchthilfezentrum im Pantaleonsviertel entwickeln und angenommen werden und denken wir danach weiter.

Das sind natürlich erst einmal große Investitionen. Langfristig entlastet es die Kommune aber erheblich. Wenn unsere Suchthilfezentren gut funktionieren, wird die Zufriedenheit der Anwohner*innen deutlich steigen. Die Lebensbedingungen der Drogengebrauchenden werden menschlicher, weniger gesundheitsschädlich, weniger konflikthaft.

Das bedeutet, wir werden deutlich weniger Geld für Sicherheit, Konfliktmanagement und Sauberkeit ausgeben müssen, die Folgekosten des Drogenkonsums werden sich verringern. Deshalb müssen wir unsere Standorte gut ausstatten, mit Fläche und mit Personal. Die Suchthilfezentren müssen gut funktionieren. Ohne das wird eine unterstützende und nicht zuerst repressive Drogenpolitik wenig Unterstützung finden.

Noch ein Wort zu den Anwohner*innen. Einige Menschen aus dem Pantaleonsviertel haben Angst vor dem Suchthilfezentrum. Sie haben sich mit Vorschlägen zur Ausgestaltung engagiert. Einige davon hat die Politik aufgenommen, z. B. zu Mechanismen der Kommunikation mit den Anwohner*innen. Andere hätten die Realisation des Suchthilfezentrums so lange in die Zukunft verschoben, dass die Probleme sich weiter verschärft hätten. Und das liegt in niemandens Interesse.

Einen großen Dank jedenfalls für die Ideen und Anregungen, die wir uns alle angeschaut und durchdacht haben. Auch wenn wir nicht alle berücksichtigt haben, weil wir das Suchthilfezentrum am Perlengraben für den richtigen Weg halten, hat uns doch die Auseinandersetzung mit den Gegenargumenten an einigen Stellen den richtigen Weg gewiesen.“

Der Baubeschluss der Verwaltung inklusive des Änderungsantrags wurde mit großer Mehrheit angenommen. Lediglich die AfD stimmte dagegen.

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