Das rot-grün-rote Lager gewinnt die Wahl

Traurig aber wahr: 5 % rechtsextreme Stammwähler

Die Kölner Wählerinnen und Wähler haben die CDU hinweggefegt, nach den CDU-Skandalen um Prof. Bietmann und Bürgermeister Müller und dann dem Archiveinsturz, bei dem OB Schramma keine Verantwortung übernehmen wollte. Auch der christdemokratische KVB-Chef Reinarz blamierte sich bis dahin, dass SPD, Grüne und DIE LINKE ihn am liebsten abgewählt hätte.

Das rot-grün-rote Lager gewann 25.293 Stimmen dazu. Das schwarz-gelbe-Lager verlor dagegen 2.291 Stimmen. Bei dieser Stimmungswahl profitierten vor allem die Grünen. Sie gewannen 22.394 Stimmen dazu. DIE LINKE war enttäuscht: Sie konnte zwar 7.601 Stimmen dazu gewinnen. Mit 4,84% liegen sie aber klar unter dem Europawahlergebnis und verpassten den fünften Sitz im Rat.

Sah es nach den ersten Hochrechnungen danach aus, dass die LINKE klar vor "pro Köln" liegt, wendete sich das Blatt im Laufe des Abends. "Pro Köln" erhielt 5,4% der Stimmen. Eine Katastrophe für Köln. Damit ist klar: in Köln gibt es 5% neofaschistische Wählerinnen und Wähler, vor allem in Stadtbezirken, wo arme Menschen leben.

SPD und Grüne haben jetzt die Hälfte der Ratsmandate. Da in vielen Fällen der Oberbürgermeister auch stimmberechtigt ist, haben sie eine knappe Mehrheit. Damit sind die Einflussmöglichkeiten der LINKEN gegenüber der letzten Wahlperiode äußerst gering.

Es gab noch etwas Besonderes: Die Gruppe "Deine Freunde" erhielt 2.911 Stimmen, 0,8% der Stimmen und einen Sitz im Rat. Das Kölner Bürgerbündnis erhielt nur noch 1,4 % der Stimmen und ebenfalls einen Sitz.

In den Stadtbezirken sieht es ähnlich aus. Die CDU wird in keinem Stadtbezirk mehr den Bezirksbürgmeister stellen. Sogar in Rodenkirchen und Lindenthal könnte mit Hilfe der LINKEN ein SPD bzw. grüner-Bezirksbürgermeister gewählt werden.