Archäologische Zone/Jüdisches Museum zusammen mit dem LVR verwirklichen!
Rede in der Ratssitzung am 18.07.2013
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
um es gleich vorweg zu sagen: DIE LINKE wird wie die Linksfraktion im LVR für dem Rahmenvertrag zwischen der Stadt Köln und dem Landschaftsverband Rheinland stimmen.
Die Forderung nach einem Moratorium dagegen halten wir für einen schweren Fehler und werden deshalb Ihren Antrag dazu ablehnen. Mit dem was Sie meine Damen und Herren der seit gestern betreiben werden Sie nicht weit kommen. Ich halte es für unredlich über ein Klageverfahren einen Baustopp zu erzwingen. Wir werden in demokratischer Art und Weise ein Beschuss dazu fassen und Sie wollen sich darüber mit einem Winkelzug hinwegsetzen. Wenn man Ihrer Argumentation folgen wollte, müsste der LVR alle in Kooperation oder selbstbetrieben Museen schließen. Die Stadt Köln gewinnt, ganz im Gegenteil zur Ihrer Annahme, mit dem LVR einen Kooperationspartner, der seine Kompetenz in Sachen geschichtlicher Museen laufend unter Beweis stellt.
Seit Monaten agieren Sie meine Damen und Herren der CDU mit fragwürdigen Mitteln in den Mitgliedskommunen des LVR gegen die Archäologische Zone und das Jüdische Museum Köln. Würden wir, der Rat der Stadt Köln uns in dieser Situation von den bisherigen Planungen distanzieren und uns ein weiteres halbes oder ein Jahr herausnehmen um das Rad neu zu erfinden, dann ? entschuldigen Sie meine Damen und Herren ? aber die Verantwortlichen beim LVR, die sich darauf einlassen und sich weiter der Stimmungsmache der CDU aussetzt, der wäre doch nicht ganz bei Trost.
Mit dem heutigen Beschluss im Rat und mit dem Beschluss der Landschaftsversammlung am 17.07. wird eine kulturelle Einrichtung auf den Weg gebracht, die eine Bereicherung für Köln und für das gesamte Rheinland sein wird! Und das begrüßen wir!
Der Verwaltung ist es gelungen, mit dem LVR einen Vertrag auszuhandeln, der für beide Seiten einen Gewinn darstellt. Dafür unseren besonderen Dank an die Verwaltung und die Verwaltung des LVR!
Es wird eine intensive Zusammenarbeit mit dem Römisch-Germanischen Museum, dem Stadtmuseum und dem NS-Dok geben und ? was uns besonders am Herzen liegt - die Beteiligung der Einwohner soll eine besondere Rolle bei der Erstellung des Museumskonzeptes spielen. Dies hat uns die Kulturverwaltung des LVR vor einer Woche auf unserer gemeinsamen Sitzung der LINKEN Ratsfraktion und der Fraktion im Landschaftsverband zugesichert.
Auch der LVR gewinnt. Er wird im Herzen Kölns eine kulturelle Einrichtung betreiben, an einem Ort, an dem sich bekanntlich rheinische Geschichte konzentriert:
Der Sitz des römischen Statthalters in Niedergermanien, der Übergang zur fränkischen Herrschaft im Rheinland, der Wandel zur größten mittelalterlichen Stadt Deutschlands mit einer bedeutenden jüdischen Gemeinde, die Pogrome, die Vertreibung, und die Entwicklung der rheinischen Großstadt Köln bis in die frühe Neuzeit hinein sind hier in direkt erfahrbar.
Es gehört zu den Aufgaben des LVR, Kultureller Träger für die Region Rheinland zu sein.
Welchen sinnvolleren Ort für ein Engagement des LVR kann es denn geben als die Mitte Kölns, die so oft Ausgangspunkt oder Zentrum für Entwicklungen war, die das gesamte Rheinland betrafen?
Da Sie immer von überhöhten Kosten sprechen, bitte ich schauen Sie sich auch die Größenordnung des Kulturhaushalte des LVR an. Der LVR gibt derzeit 1,6 % seines Etats für den Bereich Kultur aus. Da kann doch niemand behaupten, dass der LVR es mit seinem kulturellen Auftrag übertreibe, wenn er sich bei der Archäologischen Zone und dem Jüdischen Museum engagiert!
Ich freue mich auf jeden Fall, dass dieses Museum nun endlich auf den Weg gebracht wird. Es wird eine Bereicherung für unsere Stadt werden.
Herzlichen Dank.

