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Hamide Akbayir

Sicherheit für Frauen braucht nicht nur Polizei, auch Prävention!

Die massiven sexuellen Übergriffe gegen Frauen in der Silvesternacht haben uns alle schockiert und empört. Der soziale Friede in unserer Stadt ist beeinträchtigt, ihn wieder herzustellen, ist die Aufgabe aller, die sich für ein friedliches Zusammenleben einsetzen. Wir alle wollen, da sind wir uns einig, dass so etwas nie wieder passiert.

Dafür müssen die Fehler in der Polizeiarbeit, wie sie unter anderem die Kölner Botschaft aufzeigt, aufgearbeitet und daraus resultierend ein besseres Einsatzkonzept eingeführt werden. Ich denke, das ist eine große Herausforderung für unseren neuen Polizeipräsidenten. An dieser Stelle möchte ich Ihnen, Herr Mathies, viel Kraft und Erfolg beim Erstellen eines besseren Einsatzkonzeptes wünschen. Das Sicherheitskonzept für Karneval scheint ein wichtiger Schritt in diese Richtung zu sein.

Frauen müssen aber nicht nur an Karneval geschützt werden. Wir LINKE halten es deshalb für absolut notwendig, Gewaltprävention auszubauen. Der Respekt vor anderen Menschen kann nicht nur von der Polizei durchgesetzt werden. Er muss im Bewusstsein aller Kölnerinnen und Kölner verankert werden.

Der soziale Friede in unserer Stadt ist die Grundlage für gegenseitigen Respekt. Davon müssen wir uns bei den anstehenden Haushaltsberatungen leiten lassen. Bei sozialen Aufgaben zu kürzen gefährdet den sozialen Frieden. Auch das ist sicherheitsrelevant.

Mit jungen Menschen über Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, der sexuellen Orientierung oder der Herkunft zu sprechen und diskriminierungsfreie Verhaltensweisen einzuüben ist absolut notwendig. Die Lobby für Mädchen, ein geachteter sozialer Träger in unserer Stadt, hat neulich die so gut wie gar nicht vorhandene Jungenarbeit eingefordert. Auch Mädchenarbeit findet zu selten statt.

In Jugendzentren, in Vereinen, in der Schule müssen wir die Erwachsenen von morgen erreichen – hier muss erfahrbar sein, dass von einer gleichberechtigten Gesellschaft alle profitieren, Frauen und Mädchen, aber auch Jungs und Männer. Da tun wir als Stadt noch zu wenig.

Aber auch den Opfern von Gewalt müssen wir jetzt ein klares Zeichen senden, dass wir an Ihrer Seite stehen. Dazu gehört es, Beratungsangebote endlich ausreichend zu finanzieren. Es kann nicht sein, dass sich jede Tarifsteigerung Träger vor die Wahl stellt, Leistungen einzuschränken oder Personal zu entlassen.

Wenn das Frauenhaus neu gebaut wird, braucht es für die zusätzlichen Plätze mehr Personal. Wir dürfen nicht zulassen, dass mehr Gewaltschutz durch stärkere Ausbeutung des Personals umgesetzt wird.

Frau Oberbürgermeisterin, uns würde interessieren, wie die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Frau Kronenberg, die Verbindung zwischen Sicherheit und Prävention in Köln sieht.

Der Kampf gegen Gewalt an Frauen darf sich nicht nur auf Großereignisse wie Karneval beschränken. Wir brauchen viele Bausteine, um diese Stadt sicherer für Frauen zu machen.

Basis unserer Arbeit: Das Kommunalwahl-programm 2020

Hans Günter Bell