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Rede von Güldane Tokyürek auf der Protestkundgebung der Stadtteilmütter Mülheim gegen die Streichung der städtischen Zuschüsse.

Protestkundgebung der Stadtteilmütter aus Mülheim gegen die Streichung der städtischen Zuschüsse. Die Fraktionssprecherin Güldane Tokyürek (4. von rechts) hielt eine Rede. Auch Jörg Detjen (ganz links) solidarisierte sich mit den Stadtteilmüttern.

Liebe Stadtteilmütter und Kolleginnen,

liebe Unterstützer und Unterstützerinnen,

Wir von der LINKEN finden das Konzept der Stadtteilmütter toll! Sie leisten Hilfe zur Selbsthilfe! Frauen aus der Community bilden sich weiter und unterstützen Familien, die aus denselben Ländern nach Deutschland eingewandert sind und jetzt erst mal Orientierung brauchen. Es gibt keine Sprachbarrieren. Das Vertrauen zu Menschen in einer ähnlichen Situation ist auch viel größer als zu deutschen Behördenmitarbeitern und -mitarbeiterinnen.  Dieses Konzept funktioniert. Das sieht man ja an ihren guten Resultaten.

Wir können nicht glauben, dass ein Projekt, das so gut funktioniert, finanziell ausgetrocknet wird, nur weil gerade weniger Geld in der Stadtkasse ist. Wir kämpfen mit Ihnen und unterstützen Sie, weil wir glauben, da geht noch was.    

Die Politiker und Politikerinnen, die es ernst mit der Integration meinen, müssen dafür sorgen, dass es mehr so gute, funktionierende Projekte gibt, nicht weniger! Wir müssen jetzt die Familien wirksam unterstützen, ihnen helfen, sich hier gut zurechtzufinden und ein gutes Leben zu leben. Dann erst stehen ihren Kindern alle Wege in Deutschland offen.

Und das wollen doch eigentlich alle hier, denn die Bevölkerung in Deutschland wird immer älter und auch deswegen müssen wir uns um alle Kinder bemühen. Ein Programm der Landesregierung heißt „Kein Kind zurücklassen!“. Wenn das ernst gemeint ist, kann man sich aber nicht nur um die Kinder kümmern. Die ganzen Familien müssen im Blick sein.

Denn es ist wichtig, in welchen Wohnungen die Kinder wohnen, ob sie Zugang zur Gesundheitsvorsorge haben und ob ihre Eltern ein gutes Verhältnis zur Schule haben oder gar nicht verstehen, was die Schule von ihnen will.

Um alle diese Probleme und noch viel mehr kümmern sie sich als Stadtteilmütter. Das, was Mütter eben so machen. Sie schmeißen den Laden. Sie sorgen dafür, dass der meistens chaotische Familienalltag dann doch funktioniert. Und was lernen die Kinder dadurch? Auch wenn ich Probleme habe, nicht weiß, welche Stelle für mein Problem zuständig ist, gibt es doch immer einen Menschen, der mir weiterhilft, weil er oder sie mich und meine Probleme versteht.

Stadtteilmütter weisen einen Weg aus dem Gewirr von Problemen, mit dem viele Menschen kämpfen. Diesen Ausweg dürfen wir den Familien nicht wegnehmen. Das sind wir auch den Kindern schuldig. Lassen sie uns gemeinsam dafür kämpfen.


Basis unserer Arbeit: Das Kommunalwahl-programm 2020