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Elisabeth Lange

Flächenversiegelung

Foto: Pezibear auf Pixabay

Bereits 2015 hat die NRW-Landesregierung, damals SPD/Grüne, die Begrenzung des Flächenverbrauchs im Land auf 5 ha pro Tag, als verbindliches Ziel aus dem Landesentwicklungsplan gestrichen und aus der Begrenzung lediglich einen unverbindlichen Grundsatz bei der Planung gemacht. Im Jahre 2019 hat die Landesregierung von CDU/FDP mit dem sogenannten Entfesselungspakt II auch diese unverbindliche 5 ha-Regelung gestrichen, da sie sich angeblich als überflüssiges, weil unwirksames Instrument erwiesen habe. Wen wundert es!Im September 2020 hat dann die NRW-Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Heinen-Esser, ein Maßnahmenpaket zur intelligenten und effizienten Flächenentwicklung vorgelegt.

Was jetzt? Wie jetzt?Flächenverbrauch begrenzen, einen unverbindlichen Richtwert angeben, gar nicht regulieren oder über Flächenentwicklung regeln?

Als „zahnlosen Tiger“ kritisieren jedenfalls die nordrhein-westfälischen Naturschutzverbände, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU) und Naturschutzbund Deutschland (NABU) das von Heinen-Esser vorgestellte Maßnahmenpaket. Das Paket enthalte überwiegend Placebos und löse nicht das Problem des weiterhin fortschreitenden Flächenfraßes. Im mehrjährigen Mittel gehen in NRW Tag für Tag noch immer etwa 12 Hektar Freiraum durch neue Wohn- und Gewerbegebiete, Straßenbau, Tagebau, Kies-Abbau und andere Abgrabungen unwiederbringlich verloren.

Und wie sieht es konkret in Köln aus?

Auf der Webseite der Stadt Köln heißt es:

„Der Flächenverbrauch von 2000 bis 2011 im Stadtgebiet Köln betrug rund 1.547 Quadratmeter pro Tag. Das ist etwa das fünffache des "zulässigen" Flächenverbrauches nach den Zielen von Bund und Land.“ Außerdem gibt eseinen Verweis auf NRW: „Ziel des Landes Nordrhein-Westfalen ist es, einen Rückgang auf fünf Hektar pro Tag bis 2020 und langfristig gegen Null zu erreichen.“

Liebe Stadt Köln, das war einmal und ist längst Geschichte.Was ist jetzt mit Kölns Flächen und kann man Fläche überhaupt verbrauchen?

Unter Flächenverbrauch versteht man die Umwandlung von offenen Böden in versiegelte, z.B. landwirtschaftliche oder naturbelassenen Flächen in Siedlungs- und Verkehrsflächen.

Was bedeutet eine immer weitere Bodenversiegelung für Köln?

•Regenwasser kann weniger gut versickern.

•Das Risiko, dass bei Starkregen die Kanalisation die Wassermassen nicht fassen kann, steigt. Überschwemmungen nehmen zu.

•Versiegelte Böden können kein Wasser speichern, über längere Zeit verdunsten und damit nicht die Luft im Sommer kühlen. Die Hitze in der Stadtnimmt zu.

•Es können keine Pflanzen wachsen, die Lebewesen Nahrung, Zuflucht und Lebensraum bieten. Die Artenvielfalt nimmt ab.

•Wo keine Pflanzen wachsen, kann auch kein CO2 und kein Feinstaub gebunden werden.

•Bei Böden, die von Luft und Wasser abgeschlossen sind, geht die Bodenfauna zugrunde.

•Die Erholungs- und Aufenthaltsräume nehmen ab und Frischluftschneisen gehen durch Bebauung verloren.

Wie genau es in Köln mit den ver- und entsiegelten Flächen aussieht, haben wir bei der Stadtverwaltung nachgefragt, um uns ein aktuelles Bild zu machen. Anfrage.

Wir werden insgesamt das Thema Flächenversiegelung stärker in den Fokus rücken. Unser Ziel ist es, die weitere Flächenversiegelung in Köln zu stoppen.Jede Fläche, die nicht zwingend für eine menschliche Nutzungvorgesehen ist, muss der Natur zurückgegeben und ihr zur Verfügung gestellt werden. So wie es beim Essen auf jede Mahlzeit ankommt, kommt es beim Natur- und Klimaschutz auf jeden Quadratmeter an.Wir streben hierfür ein tragfähiges Konzept an, zur Vermeidung der Flächenversiegelung, zur Entsiegelung nicht benötigter Flächen, für die Verbesserung der Umweltbedingungen, für die Gesundheit der Kölner:innen und füreine lebenswerte Stadt.

Basis unserer Arbeit: Das Kommunalwahl-programm 2020

Hans Günter Bell