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Expressbusse statt PKW – Busspur auf dem Clevischen Ring

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Reker,
sehr geehrter Herr Ausschussvorsitzender Wolter,

die Fraktion DIE LINKE bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der kommenden Sitzung des Verkehrsausschusses zu nehmen:

Der Clevische Ring ist der Ort in Köln, der mit Stickstoffdioxid am meisten belastet ist. In 2016 wurden dort im Jahresmittel 63 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemessen. Die Messungen in den Vorjahren lagen ebenfalls über 60 Mikrogramm.

Eine wirkliche Reduzierung von Stickstoffdioxid und anderer Schadstoffe kann nur durch eine Verringerung des Motorisierten Individualverkehrs (MIV), insbesondere von Diesel-PKW erreicht werden. Hierfür müssen wir Autofahrer dazu bewegen, vom eigenen PKW auf den ÖPNV umzusteigen.

Die KVB wird in den kommenden Jahren die Zahl ihrer Elektrobusse deutlich erhöhen. Die RVK plant, zusätzliche Busse einzusetzen, die mit Wasserstoff fahren. Diese Busse können auch für den extrem mit Schadstoffen belasteten Clevischen Ring zur Abhilfe beitragen. Aber auch moderne Elektrobusse oder Wasserstoffbusse sind keine attraktive Alternative, wenn sie hinter den PKW im täglichen Stau stehen.

Die Antwort auf dieses Problem sind Busspuren und eng getaktete Expresslinien auf diesen Spuren.

Auf dem Clevischen Ring gibt es derzeit pro Tag 30.000 Verkehrsbewegungen. Sie werden über je zwei Fahrspuren pro Richtung abgewickelt, an Kreuzungen über zusätzliche Abbiegespuren.

In diesem Zusammenhang stellt DIE LINKE die folgenden Fragen:

1.     Wenn jeweils eine Spur pro Fahrtrichtung zu einer Busspur umfunktioniert wird, um wie viele Fahrzeuge müsste der Verkehr am Clevischen Ring reduziert werden, um ihn auf den verbleibenden Spuren abzuwickeln? Welcher Anzahl an Personen entspricht diese Reduzierung?

2.     In welcher Taktung müssten Expressbusse auf den einzurichtenden Busspuren verkehren, um die Anzahl an Fahrgästen zu befördern, die sich aus der Beantwortung zu Frage 1 ergibt?

3.     Was sind die Quell- und Zielgebiete der Verkehre auf dem Clevischen Ring und was wären demnach sinnvolle Linienführungen für Expressbusse?

4.     An welchen Standorten (z.B. Mülheimer Autobahnzubringer?) könnte die Schaffung von Park+Ride-Anlagen sinnvoll sein, um Umsteigemöglichkeiten für den Pendlerverkehr aus dem Umland in die Expresslinien zu erreichen?

Wir bitten darum, die Beantwortung dieser Anfrage auch der Bezirksvertretung Mülheim zur Verfügung zu stellen.

Mit freundlichen Grüßen

gez.

Michael Weisenstein Fraktionsgeschäftsführer

Basis unserer Arbeit: Das Kommunalwahl-programm 2020

Hans Günter Bell